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16.-20. Mai 2002 im
Festspielhaus Baden-Baden
Die Herbert
von Karajan Pfingstfestspiele
standen 2002 ganz im
Zeichen Beethovens und wurden aktuell durch
große Namen bereichert. So kam in der Zeit
vom 16. bis 20. Mai 2002 das breite
Schaffensspektrum des Komponisten - angefangen bei
den Sinfonien, über Oper bis hin zur
Kammermusik und den Klaviersonaten - im
Festspielhaus Baden-Baden in namhaften Besetzungen
auf die Bühne. Den Rahmen für das Oeuvre
Beethovens bildeten Werke von Anton Bruckner. Im
Auftaktkonzert der Festspiele erklangen Bruckners
Sinfonie Nr. 9 d-Moll und Schuberts Sinfonie Nr. 7
h-Moll, gespielt vom NDR-Sinfonieorchester unter
der Leitung von Christoph Eschenbach. Eschenbach
dirigierte diesen Abend "In memoriam Günter
Wand", der die Festspiele eröffnen sollte und
am 14. Februar 2002 verstarb.
Am Abend nach dem Eröffnungskonzert folgte die
Premiere der Oper "Fidelio" (17. / 19. Mai 2002),
wobei das Festspielhaus Regie, Bühnenbild und
Lichtdesign in die Hände von Philippe Arlaud
lag. Der Schriftsteller Walter Jens bearbeitete
für diese Neuinszenierung der einzigen
Beethoven-Oper seine 1984 erschienene Fassung von
"Roccos Erzählung", welche die Operndialoge
ersetze.

Der Schauspieler Otto Sander übernahm die
Rolle des "gealterten Rocco", der die Opernhandlung
aus dem Rückblick kommentiert. Regisseur
Philippe Arlaud, der bei den diesjährigen
Bayreuther Festspielen Wagners "Tannhäuser"
neu inszenierte, war dem Festspielhaus-Publikum
noch durch seine Inszenierungen von "Cosi fan
tutte", "La Traviata" und "West Side Story" in
bester Erinnerung. Ihm zur Seite stand die
australische Dirigentin Simone Young, unter deren
Leitung das Mahler Chamber Orchestra und eine
hochkarätige Sängerbesetzung den
"Fidelio" auf Basis der jüngsten kritischen
Ausgabe interpretieren. Zu den Solisten dieser
Operaufführung zählten unter anderen Lisa
Gasteen (Leonore), Jürgen Müller
(Florestan) sowie Reinhard Hagen (Rocco jung) und
Mark Holland (Pizarro).
Neben der ersten Operneigenproduktion des
Festspielhauses kam es noch zu einer weiteren
Premiere: Zum ersten Mal erklang ein Zyklus von
Matineen im Rahmen der Pfingstfestspiele. Von
Samstag, 18. Mai bis Pfingstmontag, 19. Mai, traten
die drei russischen Pianisten Mikail Pletnev,
Arcadi Volodos und Nikolai Lugansky jeweils um
11.30 Uhr auf. Abgerundet wurde dieser
Klavierschwerpunkt durch den Auftritt von Boris
Berezovsky, der am 18. Mai in einem Konzert mit dem
Russischen Nationalorchester unter der Leitung von
Paavo Berglund Beethovens Konzert für Klavier
und Orchester Nr. 4 zu Gehör brachte.
Den Abschluss der Herbert von Karajan
Pfingstfestspiele bildete die Aufführung von
Anton Bruckners dritter Sinfonie. Unter der Leitung
von Kent Nagano brachte das Deutsche
Symphonie-Orchester Berlin die erste Fassung des
vom Komponisten insgesamt zweimal
überarbeiteten monumentalen Werkes zu
Gehör.
Foto ©
Festspielhaus Baden-Baden
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