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Anne-Sophie
Mutter
Mozart-Violinsonaten
(II)
Anne-Sophie Mutter, Violine
Lambert Orkis, Klavier
Wolfgang Amadeus Mozart
Sonaten für Klavier und Violine
F-Dur KV 376
Es-Dur KV 481
G-Dur KV 379
E-Moll KV 304
B-Dur KV 454
Unter lauter Dur-Sonaten eine einzige in Moll – und
vielleicht die größte noch dazu. Wobei
wir uns zwischen Perlen nicht festlegen wollen,
aber bei KV 304 handelt es sich um eine schwarze –
ebenso selten wie wertvoll. Das beginnt schon mit
den Vorzeichen: e-Moll als Grundtonart kommt bei
Mozart so gut wie nie vor. Dann besteht das Werk
aus zwei Sätzen, die recht ähnlich sind
und sehr persönlich klingen. Die getrübte
Stimmung löst sich nicht, nicht einmal im
kleinsten reinigenden Gewitter. Keine Katastrophe,
kein Happy End, nicht einmal ein
angetäuschtes: Das ist so gar nicht unser
frech-verspielter Mozart. Salzburgs Sonnyboy
lässt uns mit schönen Grüßen
aus Mannheim hinter seine gepuderte Maske blicken –
für den wunderbar gedehnten Moment einer
Violinsonate. Und ein solcher Moment ist nicht
dunkel. Er ist selten, wunderschön und
wertvoll – wie eine schwarze Perle inmitten ihrer
hell strahlenden Schwestern. (PR)

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