|
Herbert
von Karajans Premiere an der Oos
Am 4.
Oktober 1952 gastierte Herbert von Karajan mit den
Wiener Symphonikern in Baden-Baden.
Zu verdanken war dieses Gastspiel zweifelsfrei Dr.
Erich von Prittwitz und Gaffron. Dieser war 1945
aus dem zerbombten Berlin nach Baden-Baden
gekommen. In Berlin war er viele Jahre Assistent
des Generalintendanten der Deutschen Oper gewesen
und 1939 erstmals mit Herbert von Karajan zusammen
getroffen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Dr. Erich
von Prittwitz und Gaffron das Amt des Kurdirektors der
Bäderstadt und sorgte für ein
Wiederaufleben des Kulturbetriebes.
An jenem Samstag im Herbst 1952 gaben die Wiener
Symphoniker und ihr Dirigent im ausverkauften
Großen Bühnensaal, dem heutigen
Bénazet-Saal, des Kurhauses ein
begeistert aufgenommenes Konzert.
Die Wiener Symphoniker waren auf einer Tournee
durch Belgien und Deutschland und
präsentierten während dieser aus ihrem
Repertoire Mozarts Symphonie Nr. 29, Beethovens 1.
und 3. Symphonie, die Symphonie Nr. 2 Johannes Brahms', Peter
Tschaikowskys Symphonie Nr. 5, Richard
Strauß' "Till Eulenspiegel", Claude Debussys
"La mer" und Boris Blachers
Paganini-Variationen.
In Baden-Baden kam Beethovens 1. Symphonie zur
Aufführung, gefolgt von Boris Blachers
Paganini-Variationen und der 5. Symphonie Peter
Tschaikowskys.
In Richard
Osbornes Dokumentation "Herbert
von Karajan - Leben und Musik" ist zu dieser
Tournee an sich zu lesen:
"Auf dem Programm stand aber auch manch
Interessantes: Boris Blachers meisterhafte
Orchestervariationen über ein Thema von
Niccolò
Paganini und
Debussys La mer. Darüber erstaunt, dass
Karajan an solchen Werken interessiert war, geizten
verblüffte Provinzkritiker bei beiden
Aufführungen nicht mit Superlativen."
So verhielt es sich auch in Baden-Baden, wo
Dirigent und Orchester stürmisch gefeiert
wurden. (RW)
Zurück
zu den News
|