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Pfingstfestspiele Baden-Baden

 

 

 

25. Mai bis 3. Juni im Festspielhaus Baden-Baden

Die zehnten Herbert von Karajan Pfingstfestspiele




Verdis "Fallstaff"
bei den Pfingstfestspielen
in Baden-Baden

Die Neuinszenierung von Verdis Fallstaff wurde zu einem gelungenen Auftakt der diesjährigen Pfingstfestspiele in Baden-Baden. Unter der Regie von Philippe Arlaud wurde die Aufführung zu einem musikalischen Genuss. Er brachte das hochkarätige Solistenensemble zum Spielen und vermied jeden Regieballast.
Alles erschien leicht und schwerelos in kunterbunten Kostümen und mit spielerischer Lichtraffinesse.

Das Bühnenbild war eine weiße in einem Halbkreis geschwungene Wand und wurde erst durch die Videokunst von Robert Nortik zu einer Augenweide. In Windeseile verwandelte sich das Bühnenbild von einem englischen Rasen zu einem nächtlichen Birkenwald.

Der dynamische Dirigent Thomas Hengelbrock ließ das Balthasar-Neumann-Orchester auf Originalinstrumenten spielen, was dem Orchesterklang eine authentische, der Verdi-Zeit entsprechende Gestalt gab, tönend aber nicht dröhnend.

Der hochgewachsene und stimmgewaltige italienische Bariton Ambrogio Maestri ist eine Idealbesetzung für den Fallstaff. Zusammen mit dem ihm zur Seite stehenden Spitzenensemble, dem Bariton Michael Volle, der Starsopranistin Vèronique Gens, Jane Henschel, Gabriela Scherer, Maria Bengtsson, Raúl Hernández und Robert Tear wurde dem Zuhörer ein wunderbar aufeinander abgestimmter Ensembleklang geboten.

Das Ensemble spielte mit viel Leichtigkeit und Humor durch die einzelnen turbulenten Szenen. Das Publikum bedankte sich mit tosendem Beifall für diese wunderbare Aufführung und so manch einer sinnierte über das bezeichnende Schlusswort des "Fallstaff": "Tutto nel mundo è burla - die ganze Welt ist voller Narretei".

Marion Meloni, Rheinmünster



 

Verdi "Fallstaff"

Thomas Hengelbrock Musikalische Leitung
Philippe Arlaud Inszenierung und Bühnenbild
Esther Geremus, Toni Wiesinger Kostüme

Ambrogio Maestri Falstaff
Michael Volle Ford
Raúl Hernández Fenton
Véronique Gens Mrs. Alice Ford
Maria Bengtsson Nannetta
Jane Henschel Mrs. Quickly
Gabriela Scherer Mrs. Meg Page
Jean Paul Fouchécourt Bardolfo
Graeme Broadbent Pistola
N.N. Dr. Cajus

Balthasar-Neumann-Chor
Balthasar-Neumann-Ensemble

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln.

Es ist nicht zu übersehen: Verdis Falstaff hat etwas von einem Buddha. Beide sind dick, beide sitzen gern herum (der eine im Wirtshaus, der andere unter Bäumen) und beide gewannen Einblicke in das Wesen der Welt, weshalb sie oft und überlegen lächeln. Wir haben Verdis komödiantisches Schlussresümee dem "Dreamteam" unserer "Rigoletto"-Inszenierung anvertraut: Regisseur Arlaud hat ein ganz feines Gespür für Farben und Licht - der Künstler hat seine Karriere als Lichtgestalter begonnen. Hengelbrock hingegen lässt seine Musiker ausschwärmen: Die Geiger fahren nach Italien, um über die Stimmung zu Verdis Zeiten zu recherchieren, die Oboistin sucht nach "ihrer" Verdi-Oboe und statt der Tuba spielt man noch das Cimbasso - auf diese Weise will man sich dem Verdi-Originalklang so stark wie möglich annähern. Diese Genauigkeit kommt dem "Falstaff" ganz besonders zugute: Niemals zuvor hat der damals fast schon achtzig-jährige Verdi so vielfältige Instrumentenkombinationen ausprobiert. (PR)

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