Kräftiger Rückenwind fürs Festspielhaus Baden-Baden

Bilanz der sechsten Herbert von Karajan Pfingstfestspiele

Bewegende Konzertmomente, eine europaweit beachtete Opernpremiere und Medienaufmerksamkeit wie noch nie: Die Herbert von Karajan Pfingstfestspiele 2003 haben dem Festspielhaus Baden-Baden kräftigen Rückenwind verliehen. "Ich bin mit den Besucherzahlen sehr zufrieden, wichtiger aber ist zu spüren, wie groß die Zustimmung bei Publikum, Künstlern und kritischen Medien für unseren Weg geworden ist", sagte Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser in einer ersten Reaktion.

"Natürlich müssen wir nun jedes Jahr kämpfen, um dieses Niveau zu halten und weiter auszubauen, aber die Richtung stimmt."
Mit der feierlichen Verleihung des ersten Herbert von Karajan Musikpreises an die Geigerin Anne-Sophie Mutter, waren die Festspiele am Sonntagabend (15.6.2003) in Baden-Baden zu Ende gegangen. Gleich nach der Würdigung in den ARD "tagesthemen" zog Intendant Andreas Mölich-Zebhauser eine erste künstlerische und wirtschaftliche Bilanz: "Die Zusammenarbeit mit dem Festival d'Aix-en-Provence ist für das Festspielhaus Baden-Baden ein wirklicher Glücksfall. Nach dem 'Figaro' 2001 war die 'Entführung' ein erneuter Beweis, wie aussichtsreich die Arbeit mit jungen Sänger-Darstellern ist." Mölich-Zebhauser weiter: "Diesen Weg wollen wir ebenso weitergehen wie den Ausbau der großen Operngastspiele."

Eine der besonders positiven Überraschungen der vergangenen Festspieltage waren für den Intendanten die besonders gut besuchten Pfingst-Matineén: "Es hat sich erwiesen, dass das Konzertpublikum auch gern schon um 11.30 Uhr den musikalischen Tag beginnen möchte. "Noch immer klingt Quasthoffs 'Winterreise' so tief bewegend nach."


 


Neben Besuchern aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Elsass und dem Frankfurter Raum wurde das Festival in diesem Jahr durch eine wachsende Zahl von Musikfreunden aus der Schweiz, aus Österreich, den Niederlanden, Frankreich, Luxemburg, den USA, Japan und Großbritannien getragen, so Andreas Mölich-Zebhauser in einer ersten Analyse. Insgesamt kamen über 14000 Besucher zu den diesjährigen Herbert von Karajan Pfingstfestspielen.

Erstmals hatte das Festspielhaus auch ein aus Vorträgen, Symposien und kleineren Aufführungen bestehendes Rahmenprogramm zu den Festspielen auf die Beine gestellt. "Wir werden dieses Rahmenprogramm weiter entwickeln und wissen nun, dass wir auch hier die richtige Entscheidung getroffen haben, die Stadt und das Publikum weiter einzubinden", so Mölich-Zebhauser.

Für größte Medienaufmerksamkeit der Festspiele sorgten die beiden Aufführungen der Mozart-Oper "Die Entführung aus dem Serail", die besonders in Frankreich und im überregionalen deutschen Feuilleton ein großes Echo auslösten. Mit einem ganzseitigen Artikel befasste sich "Le Monde" mit der Kooperation zwischen Baden-Baden und dem Festival d'Aix-en-Provence. Das private Programm- und Finanzierungskonzept des Baden-Badener Festspielbetriebs wurde als beispielhaft vorgestellt und als echter Gewinn für die internationale Kulturlandschaft bewertet.



Die Herbert von Karajan Pfingstfestspiele 2004 werden vom 27. Mai bis zum 6. Juni 2004 stattfinden. Im Mittelpunkt wird die Neuinszenierung von Verdis "Rigoletto" unter der musikalischen Leitung von
Thomas Hengelbrock und in der Inszenierung der jungen Regisseurin Tatjana Gürbaca stehen. Das Abschlusskonzert wird Cecilia Bartoli gestalten.


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